HistorieDie Freiherrn von Stetten

Der erste datierte Eintrag der Familie von Stetten erscheint in einer Urkunde aus dem Jahr 1098 mit einem “Odelricus de Steten“ zusammen mit seinen Verwandten “Helmenricus de Cünzelshowe“, “Alewic de Stein“ und “Wernhardt de Zotenshofen“. Die Stammreihe der Familie von Stetten beginnt 1235, sie war Mitglied der fränkischen Reichsritterschaft im Kanton Odenwald.

Um 1090 existierten (wie die Urkunde von 1098 beweist) die Familie von Stetten, die Familie von Künzelsau sowie die Familie von Zottishofen, deren Ursprung auf die Familie Stein bei Künzelsau zurückzuführen ist. Im Laufe der Jahrhunderte ist nur die Familie von Stetten übrig geblieben und die anderen sind ausgestorben.

Die Herren von Stetten haben mit ziemlicher Sicherheit zu dieser Zeit in Stetten ob Kocher - später Kocherstetten - gesiedelt und zogen erst im 12. Jahrhundert auf den Berg, nachdem sie sich dort eine größere Befestigungsanlage gebaut hatten. Andere Zweige der Familie siedelten auf dem Bachenstein oberhalb von Döttingen, Nagelsberg, Gabelstein (Michelbach / Öhringen) und weiter westlich Wunnenstein, Auenstein, Beilstein und anderen Orten.
Die Anfänge der Burg Stetten waren sicher älter als die heute noch im Original vorhandenen Grundmauern der Burg, des Bergfrieds und der Schildmauer, die zwischen 1180 und 1200 erbaut wurden. Nach der Überlieferung hat Kaiser Friedrich Barbarossa 1185 die Genehmigung zur Errichtung dieser Burganlage seinen treuen Ministerialen Stetten gegeben.

Auch damals brauchte man diese vom Landsherrn, das waren die Herzöge von Franken - in diesem Zeitraum zugleich Könige und Kaiser -, um eine befestigte Anlage zu bauen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burganlage immer wieder erweitert. Die jetzige Eingangssituation mit dem Torhaus und dem zweiten Graben stammen aus der Zeit zwischen 1420 und 1450. Beide Burggräben hatten Zugbrücken.

Letzter Alleinbesitzer von Schloss Stetten war Wolf-Eberhardt v. Stetten, der 1644 als schwedischer Rittmeister in Künzelsau beerdigt wurde. Seine drei Söhne Johann Heinrich geb. 1638, Johann Ernst geb. 1640 und Wolf Christoph geb. 1643 teilten in jahrzehntelangen Verhandlungen die Besitzungen in drei Teile per Losentscheid auf. Der endgültige Teilungsprozess von 1692 zeitigte das Ergebnis. Das „Innere Haus“ nahm seinen Sitz in den Wohngebäuden der Burg, das „Äußere Haus“ in dem damals noch vorhandenen kleineren Gebäude vor der Burg und bauten 1719 ein prachtvolles Barockschloss an selbiger Stelle, sowie das „Buchenbacher Haus“ welches das Schlösschen und Herrenhaus in Buchenbach übernahm.
Im Jahr 1850 starb die Linie „Inneres Haus“ aus und die beiden verbliebenen Familienlinien übernahmen deren Besitzungen.

Ende des 20 Jahrhunderts teilten sich die aus dem „Äußeren Haus“ entstammten Erbengemeinschaften „Alexander´s Relikte“ und “Eugen´s Relikte“ die Besitzungen in Schloss Stetten.

Im Jahr 1988 gelang es Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten (Mitglied der Erbengemeinschaft „Alexander´s Relikte“) die Anteile an der Kernburg in seinen alleinigen Besitz zu überführen und gründete am 11.06.1988 die „Baron Wolfgang Stiftung“ um einer erneuten Zersplitterung der Burganlage entgegen zu wirken.

Im Jahr 2016 gelang es seinem Sohn Christian Freiherr von Stetten (30. Familiengeneration und ebenfalls Teil der „Alexander´s Relikte“) die Besitzungen der Erbengemeinschaft „Eugen´s Relikte“ inkl. Barockschloss käuflich zu erwerben. Seitdem renoviert er das zuvor 20 Jahre leerstehende Barockschloss und dessen Anbauten.  Nach Abschluss der Renovierungs- und Umbauarbeiten will Christian Freiherr von Stetten die historischen Gebäude ebenfalls in die Baron Wolfgang Stetten Stiftung einbringen. Dann wäre seit dem Jahr 1644 erstmals die gesamte Burg- und Schlossanlage von Schloss Stetten wieder in einer Hand vereint.